Zahlreiche Vertreter aus allen Ebenen der Thüringer Hochschullandschaft kritisieren den Entwurf der Landesregierung zur Rahmenvereinbarung VI scharf. In der Anhörung zur Petition E-260/26 wurde auf dramatische Sparmaßnahmen hingewiesen, die bereits jetzt Forschungsvorhaben und Lehrveranstaltungen gefährden.

Dr. Jens Dietrich, hochschul- und wissenschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, sagt dazu:

»Der Bildungsminister betont, dass er alle Hochschulstandorte in Thüringen erhalten will. Das klingt schön, aber macht die Kassen nicht voller und Forschung und Lehrer nicht hochwertiger. Weil er keine Prioritäten setzt, bluten alle Standorte gleichzeitig aus. Stellen werden nicht neu besetzt, Drittmittel werden nicht eingeworben, Kooperationen werden nicht fortgeführt, weil das Geld und die Zeit fehlen. Wenn das so weitergeht, werden durch die kalte Küche Fakten geschaffen. Dann welken unsere Hochschulen nach und nach – ohne Plan und Strategie.

Aber vielleicht ist das die Strategie? Schon bei der Kindergartenfinanzierung hat die Landesregierung wichtige Reformen verschleppt, um unpopuläre Entscheidungen zu vermeiden. Vielleicht ist es endlich Zeit, zu fragen, ob es in einem Bundesland von zwei Millionen wirklich zehn Hochschulen braucht. Das ist keine einfache Debatte, aber es wäre weitsichtiger.«