Seit dem 15. August 2026 können Vereine und Initiativen erneut Mittel aus der Thüringer Ehrenamtsförderung beantragen. Die notwendige Unterstützung des Ehrenamts wird von der Staatskanzlei jedoch zunehmend für die Selbstdarstellung der CDU genutzt.
Die Staatskanzlei schuf dafür die Funktion eines »Thüringer Ehrenamtsbeauftragten«. Laut unserer Kleinen Anfrage (Drucksache 8/3331) handelt es sich nicht um ein gesetzlich geregeltes Amt, sondern um eine intern geschaffene Aufgabenbezeichnung. Die Besetzung erfolgte ohne öffentliche Ausschreibung durch Abordnung. Ausgewählt wurde Guntram Wothly, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Jena und der CDU-Fraktion im Jenaer Stadtrat. Die Anlage zur Drucksache kennzeichnet 194 Förderfälle als persönlich durch ihn übergeben. Dabei wird Wothly häufig von CDU-Abgeordneten begleitet und tritt selbst auf CDU-organisierten Informationsveranstaltungen in seiner staatlichen Funktion auf.
Dazu erklärt Thomas Benninghaus, Sprecher für Ehrenamt der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag:
»Hier zeigt sich das alte CDU-System: Für einen Parteifunktionär wird ohne Ausschreibung eine staatliche Funktion geschaffen. Der Steuerzahler finanziert Personal, Dienstreisen und Öffentlichkeitsarbeit, während die CDU die Bilder erntet. Staatliche Fördermittel sind aber keine Geschenke der CDU, sondern das Geld der Bürger.
Wir fordern die Abschaffung dieser Funktion, die Beendigung der Abordnung und die Offenlegung sämtlicher Personal-, Reise- und Sachkosten. Beratung und Förderung müssen politisch neutral durch die zuständigen Behörden erfolgen. Thüringens Vereine brauchen unbürokratische Unterstützung – keinen staatlich bezahlten Fördermittel-Grüßaugust für die CDU.«
Quelle: AfD-Landtagsfraktion