Thüringenweit verlassen immer mehr Kinder die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. Auch vor dem Saale-Orla-Kreis macht dieser Trend nicht halt. Zuletzt gab es ein Jahr kein Schwimmunterricht an der Grundschule in Blankenstein. Gemäß einer Anfrage der Thüringer AfD-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur sind Schüler im Landkreis trauriges Schlusslicht im Landesvergleich: Während in Erfurt die Quote für sicheres Schwimmen bei 77- oder in Weimar sogar bei 90-Prozent liegt, sind es im Saale-Orla-Kreis nur 54 Prozent. Trotz dutzenden Badestellen am Thüringer Meer, dem modernen Hallenbad in Pößneck, der Therme in Bad Lobenstein und Freibädern von Triptis bis Weitisberga gelingt es dem Kultusministerium nicht, flächendeckend die Schwimmfähigkeit der jungen Generation sicherzustellen.
Mit einem Antrag im Thüringer Landtag (Drucksache 8/4215) will die AfD-Fraktion das Schulschwimmen sichern und die Badeaufsicht praxistauglich weiterentwickeln, denn Thüringen braucht eine verlässliche Bäderstruktur, jedes Kind soll wohnortnah sicher schwimmen lernen können und unnötige bürokratische Hürden bei der Badeaufsicht müssen fallen. Dafür muss die Bäderkonzeption 2040 den tatsächlichen Bestand berücksichtigen und verlässliche Förderperspektiven schaffen. Um die Schwimmfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen zu erhöhen, wollen wir den Schwimmunterricht auch in den Klassenstufen 5 bis 10 verbindlich durchführen.
Zugleich gilt es, den Kreis qualifizierter Hilfskräfte für die Badeaufsicht zu erweitern. Die Vorschläge des Fachverbandes der deutschen Bäderbranche zur Durchführung der Betriebsaufsicht müssen vollumfänglich genutzt werden. Wir können es uns nicht leisten, geeignete und nachweislich rettungsfähige Menschen durch starre Vorgaben von der Badeaufsicht auszuschließen, während Bäder wegen Personalmangels ihre Öffnungszeiten einschränken oder gar schließen müssen.